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Kein Essen und 100 Fliegen in der Toilette
Geschrieben von Judith Schmitz, Stadtspiegel Bottrop   
Saturday, 21 October 2006

Seit Ende Juli ist der Kirchhellener Abiturient Tim-Johannes Wehrmaker in Uganga als Hilfslehrer in einer Grundschule tätig. Die Zustände dort beschreibt er mit einem Wort: „Katastrophe“.

Zustände in der Schule von Mmanze: Katastrophe

Rund 150 Schüler werden dort unterrichtet, drei Lehrer plus der freiwillige Helfer aus Deutschland kümmern sich um sie. Die „Namutenga primary School and Orphanage“ im Dörfchen Mmanze ist eine der wenigen Schulen in Uganda, die keine Gebühren erhebt. „Das Dorf versucht, allen Kindern die gleichen Chancen zu ermöglichen“, erzählt Tim-Johannes. „Also bekommen alle Mädchen und Jungen von der Schule Bücher, Hefte, Stifte, Uniform und Mittagessen.“ Soweit die Theorie. „In Wahrheit hat nicht mal die Hälfte der Schüler Uniformen, man teilt sich Bleistifte oder Kugelschreiber in 3er oder 4er-Teams. In der Mittagspause gibt es nichts zu essen, die Gebäude sind verfallen oder gar nicht vorhanden“, berichtet der 21-Jährige. „Manche sind einfach nur ein Unterstand aus Holzstelzen und Metalldächern.“

Als Tim-Johannes Wehrmaker in „seiner“ Schule ankam, gab es dort nur zwei Toiletten für 150 Schüler. „Außerdem waren sie völlig verdreckt, wenn man die Tür öffnete, kamen einem 100 Fliegen entgegen.“ Mit einer europäischen Toilette haben die Sanitäreinrichtungen in Mmanze rein gar nichts zu tun. „Das sind 15 mal 10 Zentimeter große Löcher im Boden“, so der Kirchhellener. „Ich habe sofort mein für den Aufenthalt hier gedachtes Taschengeld investiert und mit Unterstützung von Freunden und meiner Familie angefangen, sechs neue Toiletten  zu bauen.