EdSense e.V.
EdSense e.V.
  • JoomlaWorks AJAX Header Rotator
  • JoomlaWorks AJAX Header Rotator
  • JoomlaWorks AJAX Header Rotator
  • JoomlaWorks AJAX Header Rotator

EdSense News

Unser Newsletter informiert Sie über die aktuelle Situation in Uganda und Mmanze, über unsere Projekte und Veranstaltungen.









Wikipedia-Information



EdSense auf Twitter folgen




Frontpage arrow Downloads & Service arrow Presse arrow Presse 2006 arrow Trommeln kann hier noch lange nicht jeder
Trommeln kann hier noch lange nicht jeder
Geschrieben von Judith Schmitz, Stadtspiegel Bottrop   
Saturday, 02 December 2006

Seit Juli ist der Kirchhellener Tim Wehrmaker als Hilfslehrer im kleinen ugandischen Dorf Mmanze tätig - und wird immer mehr zu einem Teil der Gemeinschaft.

Trommeln kann hier noch lange nicht jeder

"Leben im ländlichen Afrika bedeutet, dass man überall bekannt ist", schreibt der 21-Jährige in seinem Bericht für den Stadtspiegel. "Allgemein gilt man als weißer Mann als "Muzungo". Das Wort bedeutet "Europäer oder "weisser Mann", sagt aber gleichzeitig aus, das man reich ist", erzählt tim. "Zu Beginn meines Aufenthalts wurde ich immer 'Muzungo' gerufen. Ich bin der einzige Europäer im Umkreis von einigen Kilometern." Vor allem Kinder waren völlig aus dem Häuschen und riefen ständig "Muzungo, Muzungo".

EdSense - Tim und Mulindwa "Aber nach einiger Zeit fängt es an zu nerven etwas so Besonderes zu sein und man kommt sich vor wie ein Schwarzer in Europa, den man Nigger nennt", so Tim Wehrmaker. Das sei zwar ein ungerechter Vergleich, aber man fühle sich einfach anders und fremd. Außerdem, so der Kirchhellener, sei er zuhause alles andere als reich. "Also fing ich an, jedem zu sagen, dass ich kein Muzungo bin sondern einfach nur Tim heiße." Mit Erfolg, die Kinder in Mmanze nennen den Deutschen seither nur noch "Master Tim", für die Erwachsenen ist er Timu. "Das ganze führte sogar dazu, dass mich einige Kinder jetzt 'Muganda' rufen, was soviel wie 'Mensch aus Uganda' bedeutet", freut sich Tim.

"Ich bin fast jeden Tag mit dem Fahrrad unterwegs, was dazu führte, dass eines Tages der Pfarrer aus dem Nachbardorf meinte, ich fahre so verrückt Fahrrad wie Afrikaner und sei deswegen auch einer", berichtet der Kirchhellener weiter. Auch an der täglichen Arbeit im Garten beteiligt sich tim inzwischen. "Das heißt vor allem umgraben, was für meine Hände anfangs tödlich war", so erzählt der 21-Jährige. "Nach mehreren Tagen mit dicken Blasen an den Fingern ging es aber. So fühle ich mich als akzeptiertes Mitglied der Gesellschaft unendlich wohl in Mmanze."

EdSense - Gruppenbild Wenn Tim im Dorf unterwegs ist, dauert es nicht lange, bis er in ein Gespräch verwickelt und zum Essen eingeladen wird. Obwohl er inzwischen recht gut die Landessprache Luganda spricht, ist er aber bei solchen Gelegenheiten nach spätestens fünf Minuten nicht mehr in der Lage, der Unterhaltung zu folgen. "Oft dreht es sich dann darum, ob ich nicht die Tochter oder eine freundin des Gastgebers zur Frau nehmen will", sagt Tim. "Ich erwidere dann immer, dass ich mein Herz schon verschenkt habe und dss mei nMädchen eine Prinzessin ist. Doch dann kriege ich, dank meiner Versuche, als gewöhnliches Mitglied der Gemeinschaft anerkannt zu werden, zu hören, dass ein Afrikaner mehrere Frauen hat. aber da hört die Anpassung wirklich auf!"

In der Schule hat Tim damit begonnen, die Mädchen und Jungen auch in Sport zu unterrichten, obwohl es in der "Namutenga primary school an nursery" keine Sportgeräte gibt. "Wir machen also Sportspiele und Leichtathletik im weitesten sinne", so Tim. Dank der Unterstützung aus Deutschland konnten inzwischen aber ein paar Bälle angeschafft werden. Doch Sportgeräte oder nicht - die Kinder sind begeistert. "Nach dem Unterricht singen sie 'Tubasinze, Tubasinze nobumuli bwaffe' und tanzen dazu. Das ist zu schön", schwärmt tim von "seinen" Mädchen und Jungen. Übersetzt heißt das soviel wie "Wir sind die Gewinner mit Blumen in unseren Händen".

"Bald findet in unserem Dorf eine Party statt, zu der auch bekannte Leute des Landes kommen wollen", berichtet der Kirchhellener weiter. "Deswegen haben wir uns überlegt mit den Kindern einen traditionellen Tanz einzustudieren. Doch schnell stellte sich heraus, dass keiner von den Lehrern vor Ort mehr diese traditionellen Tänze beherrscht. "Also haben wir uns entschlossen, einen Lehrer aus der Nachbarschule zu "leihen". So lernen die Kinder wieder etwas über ihre Wurzeln", beschreibt der 21-Jährige die Pläne. "Die meisten von ihnen können noch nicht mal trommeln. Und ich dachte, das liegt den Afrikanern im Blut!"