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Helfen, wo es täglich nötig ist
Geschrieben von Sylvia Lukassen, WAZ Bottrop   
Friday, 24 November 2006

Junge Bottroper starten Projekt zur Unterstützung einer Grundschule im afrikanischen Dorf Mmanze. Sie sagen: Jedes Kind hat ein Recht auf eine ordentliche Schulbildung.

Naturkatastrophen, Kriege und Attentate bringen immer wieder Menschen in Not - in Deutschland, Europa und überall auf der Welt. Schnell sind Spendenkonten eingerichtet. Die Bereitschaft, nach spektakulären Unglücken zu helfen, ist groß. Hilfe aber wird ständig benötigt - tagtäglich für junge und alte Menschen auf der Welt.

Jens Witzel, Polikarpos Kutuxiadis und Bartosz Wierbicki wollen dies tun, haben ganz spontan den Verein zur Förderung der bildungsentwicklung - EdSense e. V. - im Oktober in Bottrop gegründet. Ihr Anliegen: eine Grundschule in Mmanze, ein Dorf im ostafrikanischen Staat Uganda, finanziell unterstützen.

"Die Begegnungwar zufällig, und ich war sofort überzeugt", erzählt Kutuxiadis. Die Begegnung mit Tim-Johannes Wehrmaker aus der Nachbarschaft fand im Frühsommer statt. Der Bottroper berichtete von seinem bevorstehenden Aufbruch nach Uganda, wo er Zivildienst leisten wolle. Über die Organisation "Volunteers for peace" fand Wehrmaker in Mmanze eine Gastfamilie, deren Vater Leiter der dörflichen Grundschule ist. Der Bottroper ließ sich als Hilfslehrer für Englisch und Mathematik engagieren, führte inzwischen das Fach Naturkunde ein.

"Ich habe sofort gemeint, dass die Schule Unterstützung braucht", so Kutuxiadis. In seinem Freund Jens Witzel hatte er sofort einen Befürworter. "ICh musste nicht lange überlegen. Jedes Kind auf der Welt hat ein Recht auf eine ordentliche Schulbildung. Kinder sind das höchste Gut, das wir haben. Und deshalb brauchen sie unsere Unterstützung", erklärt der Auszubildene zum Krankenpfleger. Langfristig und nachhaltig soll die Unterstützung sein. Deshalb wurde auch ein Verein gegründet. Ein Privatkonto als Spendenkonto angeben, das wollte Kutuxiadis und Witzel nicht. "Das hätte irgendwie keinen seriösen Eindruck gemacht", vermuten sie. Verein und Konto bestehen seit einem Monat. 500 € sind bisher eingegangen.

Der Jahresetat der Grundschule Namutengo für rund 150 Kinder belaufe sich auf 13.000 €. Damit wären die Kosten für Lehrer, Unterrichtsmaterial und das Mittagessen fü die Schüler gedeckt. Und vielleicht kann irgendwann ein Haus gebaut werden.

 Mit einem Benefizkonzert wollen die Bottroper im Januar ihre erste große Aktion starten. Hiesige Firmen wollen sie für ihr Projekt gewinnen. Sozialarbeiter Bartosz Wierbicki möchte in Schulen Aufklärung leisten und Interesse wecken.