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Ndamusiza Bottrop wange!

Ich grüsse mein Bottrop!

Mmanze, Uganda  hat 3000 Einwohner und die Leute gehören zu der in Ostafrika sehr verbreiteten Volksgruppe der Bantus. Es liegt im ehemaligen Koenigreich Buganda und man spricht Luganda. Mmanze ist wohl eines der am wenigsten entwickelten Dörfer der Welt. Es liegt 35km nördlich von Kampala. Diese Nähe zur vermeidlich entwickeltesten Stadt sagt jedoch nichts aus. Denn man benötigt für diese 35 km ungefähr 1,5 Stunden, weil man hauptsächlich auf ziemlich unwegsamen Straßen unterwegs ist (in Deutschland haben wir bessere Straßen für Traktoren am Feldrand. Es liegt also im Dschungel. Ich muss jedes Mal wenn ich nach Kampala will zunächst ca. 2,5 km zur nächst größeren Stadt laufen, da die Taxibusse (die öffentlichen Verkehrsmittel) Mmanze nicht passieren. Überhaupt durchqueren max. 2 Autos täglich unsere Idylle.

Die Abgeschiedenheit bringt viele Probleme für die Dorfbewohner mit sich. Es gibt keinen Strom. Die Menschen bereiten ihr essen über dem offenem Feuer zu. Es gibt kein Fernsehen und Radio nur selten, weil man keine Batterien hat. Es gibt kein fließendes Wasser, man muss Wasser am 1km entfernten Bohrloch holen. Da es nur ein Bohrloch gibt bilden sich dort manchmal Schlangen. Die bestehen zum Grossteil aus Kindern, denn Kinderarbeit ist alltäglich in Uganda. Jeder in der Familie muss mit anpacken! Das heißt die ganze Familie steht um 6 Uhr mit der Sonne auf und alle Kinder arbeiten 1-2 Stunden im Garten vor der Schule. Garten bedeutet eine Fläche von der Größe eines Fußballfeldes. Dort wird alles angebaut, was es zu essen gibt. Z.B. Bohnen, Erdnüsse (hier werden sie zu einer Soße verarbeitet), Kochbananen, Maniok, Yums (ich weiß das deutsche Wort nicht, aber es ist auch eine Wurzel wie Maniok), Mais (sogar roter und weiser), sowie allerlei Früchte und Zuckerrohr. Ein bisschen Geld verdient man sich mit dem Anbau von Kaffee.

Nach der Schule wird gegessen und dann müssen die Kinder auch noch in den Garten, obwohl die Schule mindestens jeden Tag bis 4 Uhr geht. Um sieben, wenn es dunkel ist, wird dann noch mal warm gegessen. Zu Guter letzt sitzt man dann bis neun oder zehn Uhr mit den Kindern zusammen und macht Hausaufgaben im Lichte einer Öllampe! Jeden Tag! An den Wochenenden sowie in den Ferien ist auch nichts mit Urlaub oder Ausspannen. Man arbeitet den ganzen Tag im Garten. Es gibt auch Familien die das nicht so extrem machen, jedoch gibt es bei denen auch manchmal nichts zu essen. Wo soll es herkommen, wenn man es nicht selbst angebaut hat. Dafür lachen wir hier unglaublich viel zusammen und die Gemeinschaft beim essen und abends ist es unvergleichlich. Manchmal singen wir oder machen kleine selbsterfundene Spiele. Man merkt die riesige Freude der Menschen einfach zusammen glücklich zu sein. Meine Schule lässt sich mit dem Wort “Katastrophe” treffend beschreiben. In Uganda gibt es keine öffentlichen Schulen, die komplett frei von Gebühren sind. Man muss für Bildung also grundsätzlich bezahlen. Dazu kommt das Bücher, Hefte, Stifte, Uniform und andere Materialien, die man für die Schule benötigt sind für Dorfbewohner unerschwinglich teuer. Also bleibt vielen Menschen in ländlichen Regionen Bildung einfach verwehrt. Die Schule an der ich nun tätig bin heißt “Namutenga primary School and Orphanage”, sie bildet da nur eine Ausnahme.Das Dorf Mmanze versucht für alle Kinder des Dorfes die gleichen Chancen zu ermöglichen. So bekommen alle Kinder von der Schule Bücher, Hefte, Stifte Uniformen und Mittagessen. So die Theorie. In Wahrheit haben nicht mal die Hälfte der Schüler Uniformen. Man teilt sich Bleistifte und Kugelschreiber in 3er oder 4er Teams. In der Lunch-Pause von 1-2 Uhr gibt es gar nichts zu essen.

Die Gebäude der Schule sind verfallen oder gar nicht vorhanden. Manche bestehen einfach nur aus einem Unterstand aus Holzstelzen und Metalldächern. Bei meiner Ankunft waren zwei Toiletten vorhanden für mehr als 150 Schüler. Diese Toiletten waren auch fast unbenutzbar, weil sie völlig verdreckt waren. Beim öffnen der Türe kamen einem 100Fliegen entgegen. Ach ja Toiletten sind hier 15cm mal 10cm große Löcher im Boden in einer 1Quadratmeter Parzelle! Ich habe mein Taschengeld in den Bau einer neuen sechs Parzellen Toilette investiert. Sie trägt sogar schon ein Dach und es fehlen nur noch Verputzung und Türen. So werden meine 2Wochen Urlaub am Lake Bunyonyi wohl die einzigen bleiben. Aber dafür kann man in der Schule bald zur Toilette gehen. Na ja was gibt es noch zu sagen. An Sportunterricht es nicht zu denken, aus Mangel an allem Material. Bücher gibt es für jedes Fach und jede Stufe eins (zumindest fast). Manchmal kommen die Lehrer nicht zur Schule weil sie nur freiwillig dort unterrichten und manchmal ihr essen im Garten selbst anbauen müssen. Normalerweise hat eine primary scholl in Uganda die Klassen 1 bis 7. Unsere reicht im Moment bis zur vierten Klasse. Ich glaube man könnte noch Seiten mit den unglaublichen Zuständen hier füllen. Das ganze regt mich, der aus einer Überflusswelt kommt, auf jeden Fall immer noch täglich zum Nachdenken an.

So bis bald , ggulu ddene Tim