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Tierische Begegnungen
Ganz viele liebe Grüße aus der Hauptstadt des Landes. Ich komme gerade aus dem Südwesten, um genauer zu sein vom wunderschönen Bunyonyi-See. Das Wochenende war wirklich traumhaft, leider hatte ich bloß Sonntag etwas Pech mit dem Wetter. Ich habe die Zeit aber sehr genossen und bin auf viele freundliche, sehr aufgeschlossene Menschen gestoßen. Die Landschaft ist dort durch die Nähe zu Ruanda sehr bergig und der See liegt wunderschön innerhalb dieser hügeligen Landschaft. Die Menschen sind dort allerdings sehr arm, mir scheint ärmer als in unserem Dorf, denn nirgendwo wurde ich je so oft um Geld angefleht. Die Erwachsenen scheinen ihre Kinder regelrecht darauf zu trimmen Weiße anzubetteln. Das ist nicht schön und zehrt auch an deinem Gewissen, denn du kannst nicht auf jeden eingehen. Die schöne Landschaft und die lieben Menschen werden durch diese Armut sehr geprägt. Die Welt ist einfach nicht gerecht.

Für die Fahrt zu dem rund 430km entfernten See haben wir in dem Bus gute 8 Stunden gebraucht, da die Straßen hier eine echte Katastrophe sind. Die Afrikaner sind auch echt verrückt, so war da z. B. ein Passagier, der die ganze Zeit auf einem einheimischem Instrument (Geigen ähnlich) gespielt und gesungen hat oder jedes Mal, wenn wir gestoppt haben, wurde die Fenster von Leuten belagert, die versuchen ihre Waren zu verkaufen, sie zwingen dich sogar fast zum Kaufen, vor allem wenn man mit einer weißen Hautfarbe gesegnet ist :-) aber so - und mit der schönen Landschaft, die draußen vorbeizog - wurde es wenigstens nicht langweilig :-)

Das Leben im Dorf ist nach wie vor schön und entspannend. Zur Zeit trainieren wir die Kinder im Fußball spielen, weil wir für Freitag ein Spiel gegen eine andere Grundschule organisiert haben. Ich bin optimistisch, die Kleinen haben keine Angst vor dem Ball und können rennen, das ist der Hammer (kein Wunder also, das die schnellsten Männer und Frauen der Erde von diesem Kontinent kommen). Wir freuen uns alle auf das Spiel, bei dem viele Zuschauer aus dem Dorf erwartet werden, denn so ein Spiel ist schon ein Highlight für unser Dorf :-)

Mit Entsetzen musste ich in den letzten Tagen eine Zunahme von Ungeziefer feststellen. Nicht selten (und leider auch in meinem Zimmer) sind Kakerlaken und Ameisen, die auf jeden Fall mutiert sein müssen, die sind ekelhaft groß... ich schlage einfach alles mit meiner Fliegenklatsche kaputt :-) Erblicke ich allerdings ein Tier außerhalb meines Zimmers und weise meine Mitmenschen freundlich - aber mit aufsteigender Panik - daraufhin, werde ich nur belächelt, vom Vernichten halten die nicht viel :-). Auch habe ich nun schon einige Eidechsen gesehen (die dürfen auch im Haus leben und werden nicht herauskatapultiert, also ich würde ja...) letzte Woche schlängelte sich sogar eine Schlange auf dem Schulgelände entlang... da war die Aufregung schon groß angeblich war sie aber nicht giftig und Schlangen zu töten, ist in Uganda nicht an der Tagesordnung... so ist sie also immer noch da (SUPER!!!!).

Es gibt wirklich sehr sehr viele Unterschiede in unseren beiden Kulturen, einiges davon werde ich wohl nie verstehen und auch nicht nachvollziehen können, während ich andere Art und Weisen zu leben, versuche mir zu eigen zu machen. Es ist z. B. erstaunlich, wie selbstverständlich die Menschen, die selber kaum etwas haben, miteinander teilen und sich gegenseitig unterstützen. Manchmal kommen fremde Kinder zum Essen in dein Haus und ohne mit der Wimper zu zucken, wird dann geteilt. Auch die Kinder an der Schule handeln in dieser Weise: Hat ein Kind etwas zu Essen von zu Hause mitgebracht, so teilt es dieses liebenswürdig mit seinen Klassenkameraden.

....um an dieser Stelle nur eine von vielen positiven Eigenschaften der Menschen hier zu nennen....

Nun, ich werde mich jetzt gleich wieder auf den Weg machen. Noch einmal 2 Stunden im Taxi sitzen :-/, dann habe ich für heute auch echt genug....

Ich wünsche Euch allen einen schönen Tag und melde mich bald wieder.... fühlt Euch gedrückt.

Mel