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Die Afrikanische Zeit

Ich bin nun heute in Jinja, das ist eine Stadt direkt am Nil. Ich kam gestern hier an, um die Bujagali Wasserfälle zu sehen. Die sind ein echter Traum, das kann man nicht anders sagen. Ich bin mit einem Motorboot auf dem Nil gefahren und habe Spaziergänge durch die Gegend gemacht. Hier startet der Nil seine 6000 km quer durch Afrika, ist das nicht aufregend?!
Ich habe dann die Nacht auf einem Campingplatz in einem Schlafsaal verbracht und mache mich nun gleich auf den Rückweg. Man erlebt hier wirklich viel und lernt so schnell Leute kennen, das macht richtig Spaß.

Vergangenen Mittwoch war ich ja in der Botschaft den Tag der deutschen Einheit feiern und anschließend noch mit einigen anderen deutschen in einem Club in Kampala. Das war sehr witzig, die Afrikaner verstehen es wirklich zu feiern und das Leben zu genießen :-).

Allerdings sind die Menschen hier auch die Unpünktlichkeit in Person. Sie verabreden sich mit dir und tauchen vielleicht 2 Stunden später auf, ebenso die Eltern auf dem Elternabend - offizieller Beginn war 14:00 Uhr, um 16:00 Uhr waren dann mal 10 Leute da :-). Die Menschen bleiben einfach überall hängen, quatschen miteinander, sitzen rum oder tun einfach gar nichts. Für mich, die zu Hause mit ihrem Terminkalender ja eine sehr enge Beziehung führt, ist das zuweilen sehr gewöhnungsbedürftig :-). Auch die Taxis, mit denen man sich hier fortbewegt und dabei jedes Mal sein Leben riskiert, kommen wann sie wollen. Das ist manchmal echt ne Geduldsprobe. Die Afrikaner selber nennen diese Lebensweise schlicht und einfach: Afrikanische Zeit :-).

Fotostrecke


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So ist das Leben im Dorf also sehr ruhig und wirklich viel passiert da nicht, aber wenn ich dann am Wochenende rum fahre und Land und Leute besichtige, habe ich stets Action und Spannung. Morgen zum Beispiel besuchen wir den Bruder einer Lehrerin, ich mag die Familien hier sehr, sie sind so riesig und sehr gastfreundlich. Die meisten können überhaupt nicht verstehen, wie man als Weiße in einem Dorf leben und überleben kann, finden es dann aber ganz toll und sind stolz.
Sie schenken einem auch ständig was. Ich habe da jetzt bloß so ein kleines Problem mit Kürbissen: Eines Tages wurde Kürbis zum Mittag serviert und ich sagte, um nicht fies zu sein, dass es mir ganz toll schmecke. Aus irgendeinem Grund erzählte Mulindwa William das den Eltern auf dem Elternabend und nun bekomme ich ständig Kürbisse geschenkt :-). Tja, shit happens, kann ich da nur sagen. Jetzt werde ich also unweigerlich zum Kürbiss-Esser werden müssen....

An das essen habe ich mich aber nun auch schon etwas gewöhnt, manche Dinge sind echt nicht schlecht und viele leckere Früchte gibt es hier. Vor allem die Jackfrucht ist toll :-)

Nächste Woche ist hier ein Feiertag (Unabhängigkeitstag), da werde ich in die Stadt fahren, weil das da wohl gefeiert wird, in unserem Dorf eher weniger. Und dann geht es nächsten Freitag mit den Kindern in den Zoo, zum Flughafen und zu dem Haus von irgendeinem König, da freuen sich schon alle drauf :-).

Ich drücke euch alle ganz lieb und herzlich. Ich freue mich von euch zu hören und melde mich nächste Woche wieder. Mel