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Die Ankunft
Die zweite aller denkbar großen Katastrophen ist am Sonntag eingetreten: Mein Koffer hat Entebbe nicht erreicht. Ich war total fertig und wusste nicht, was ich tun sollte. Ich habe dann eine Vermisstenanzeige aufgeben müssen und ohne Koffer ging es dann nach Mmanze. Die Tage waren dann nicht leicht für mich, die Menschen dort haben mir aber sehr geholfen und mir Klamotten gegeben, ich habe mich nicht gut dabei gefühlt, weil sie ja selbst kaum was haben, aber sie gaben es mir mit einem Lächeln auf dem Gesicht und sagten, dass alles wieder gut werden wird.

Und sie hatten Recht: Gestern rief ich am Flughafen an und sie sagten mir, dass mein Koffer da ist :-). Mulindwa William und ich sind dann heute früh auf zum Flughafen und nun steht er hier sicher neben mir. Ich bin so glücklich und kann nun anfangen die Zeit richtig zu genießen. Vorher war das kaum möglich, wie ihr euch vorstellen könnt. Habe also schon alle Regeln bezüglich Hygiene gebrochen, fühle mich aber rund um gesund....

Die Schule an der ich unterrichte ist ganz anders als zu Hause, das ganze Leben hier ist anders. Die Menschen sitzen viel und häufig zusammen, reden, kochen und essen. Ja, das Essen... Es ist, sagen wir...gewöhnungsbedürftig :-). Ich bin noch nicht so überzeugt davon, aber das wird bestimmt noch. Ich helfe oft beim Kochen und lerne die verschiedenen Früchte und Gemüsesorten kennen. Das macht schon Spaß.

Die Kinder hier sind wahre Goldstücke, ihr Lachen hat mich während meiner ersten harten Tage aufrecht gehalten. Sie nennen mich Muzungu (weiße Frau) und manche kleinen Kinder fangen an zu weinen, wenn sie mich sehen. Sie haben noch nie eine Weiße gesehen. Ich fühle mich dann immer ein bisschen wie ein Alien. Sie meinen es nicht böse, dass weiß ich und in ein paar Wochen werden sich alle an eine Muzungu im Dorf gewöhnt haben. Sie finden es auch total toll, fotografiert zu werden, weil der Blitz so hell ist. Sie lachen sich dann jedes mal kaputt.

Fotostrecke


Zum Vergrößern der Bilder, klicken Sie bitte auf das entsprechende Bild.

Ich bin schon viel in Mmanze spazieren gewesen. Die Menschen leben unter sehr sehr einfachen Bedingungen, aber sie schaffen es und das ist wirklich bemerkenswert. Ich habe zum Glück noch keine Erfahrungen mit Kreuch- und Fleuchzeugs gemacht. Bisher versteckt es sich noch - zum Glück :-).

Das Wetter hier ist sehr schön, mittags regnet es zwar zwischendurch mal, aber nach einer halben Stunde scheint die Sonne auch wieder. Ob ich schon braun geworden bin? Ich glaube nicht, zwischen den ganzen Dunkelhäutigen wirke ich immer totenblass :-).

Nun, wir werden nun gleich weiter Richtung Mmanze fahren, mit meinem Koffer (zum Glück). Wir fahren mit Taxis und Motorrädern, die reinste Höllenfahrt kann ich euch sagen, die Straßen sind in einem so katastrophalen Zustand, dagegen sind unsere schlimmsten Straßen reine Rollschuhbahnen. Naja, das Einzige was nun zählt ist, dass ich meinen Koffer zurück habe.

Liebe Grüße
Mel

P.S. Die erste der größten Katastrophen wäre der Flugzeugabsturz gewesen, aber der Flug war wirklich sehr gut, kaum Turbulenzen und echt leckeres Essen an Bord :-).