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Bananenbier und zu Abend fritierte Termiten
Geschrieben von Judith Schmitz, Stadtspiegel Bottrop   
Wednesday, 18 October 2006

Für den Kirchhellener Tim-Johannes Wehrmaker hat in seinem Dörfchen Mmanze in Uganda wieder das "geregelte Berufsleben" begonnen, denn die Ferien sind vorbei.

Schulkiner in Mmanze und ihr Umweltprojekt

Allerdings wird das mit dem Schulbeginn nicht von allen dort so eng gesehen. "In der ersten Woche kommen nur sehr wenige Schüler zur Schule", so erzählt der 21-Jährige, der seit Ende Juli als Hilfslehrer die Jungen und Mädchen der örtlichen Grundschule unterrichtet. Da im letzten "Term", dem Drittel, in das in Uganda das Schuljahr aufgeteilt ist, kein Stundenplan existierte nutze Tim-Johannes die schülerlose Zeit, um einen zu entwerfen. "In diesem Term werde ich nicht nur Englisch und Mathe unterrichten, sondern auch "science", das in etwa mit unserem Grundschulfach Sachkunde zu verleichen ist", so der Kirchhellener.

EdSense - Schulklasse Mmanze Als Tim-Johannes also so im "Lehrerzimmer" saß und grübelte, erinnerte er sich an einen Besuch in Jinja, der zweitgrößten Stadt Ugandas, den er ein paar Tage zuvor absolviert hatte. "Ich war zu Besuch bei einem Freund", erzählt der Kirchhellener. "Der Vorort, in dem er wohnt, heißt Bugembe und ist die dreckigste Gegend, die ich jemals gesehen habe. Überall Müll in den Straßen, an jeder Ecke Berge von Abfall. Jeder schmeißt hier seinen Hausmüll einfach auf die Straße."

Als Tim-Johannes über diese Eindrücke nachdachte, wurde ihm klar, dass er sein kleines, idyllisches Dorf Mmanze vor solch einer Entwicklung bewahren möchte. Also nutzte der Hilfslehrer aus Deutschland die erste Schulwoche für ein Umweltprojekt. "Ich habe den Kindern EdSense - Bananenbiererklärt, warum es wichtig ist, die Umwelt zu schonen. Wir haben dann erkundet, was die Natur uns gibt, wie sie funktioniert und was ihr schadet", erzählt der 21-Jährige. am Nachmittag machte er sich dann mit seinen Schützlingen auf, das Dorf komplett von Plastikmüll zu befreien.

"Nun haben wir einen riesigen Müllberg neben der Schule", so Tim-Johannes. "Meine erste Idee war es, das alles zum Recyclen in die Hauptstadt Kampala zu bringen, doch in Uganda gibt es keine Recycling-Industrie. Also stehe ich jetzt ertmal da mit meinem Berg aus Plastik und zerbreche mir den Kopf, was damit geschehen soll."

EdSense - Tim unterrichtet Doch nicht nur die Kinder in Mmanze lernen etwas von dem Deutschen, es funktioniert auch umgekehrt. So konnte Tim-Johannes erfahren, wie Bananenbier hergestellt wird. "Man nennt es Tojto. Dazu werden in einem Holzkanu hunderte von Bananen mit den Füßen zertreten, bis sie nur noch Saft sind. Dieser Saft wird dann mit dem Saft einer Pflanzen, die in kleinen Stücken geschnitten wird, vermengt, und für drei Tage zum Gähren in Knister gefüllt." Besonders interessant war für Tim-Johannes auch die Art dieser Kanister. "Es sind getrocknete Pflanzen. Sie stammen aus der Familie der Kürbisse und manche sind so groß, dass sie bis zu 100 Liter fassen", staunt der Europäer nicht schlecht.

EdSense - Umgang mit Müll Am Abend wurde dann die Anpassungsfähigkeit des Besuchers aus dem fernen Deutschland auf eine weitere Probe gestellt: "Es gab riesige fritierte Termiten zu Abend", erzählt er. "Man serviert sie mir mit dem Kommentar: very sweet, also: "sehr süß". Naja, das waren sie auch, aber mehr als ein paar waren meinem Magen nicht zuzumuten."